Der neue Drucker ist da und hat ebenso wie die beiden AMS 2 pro seinen endgültigen Platz gefunden. Insgesamt sieht es auch ordentlich aufgeräumt aus. Aber …

Der BambuLab H2C bietet aufgrund seiner vielen Düsen und auch durch die AMS die Möglichkeit mit Farben zu arbeiten. Eine völlig neue Situation für mich, denn vorher war ein ständiger Wechsel von Farben im Modell ausgeschlossen. Ausnahme davon war der Wechsel der Farbe ab einer bestimmten Schicht.
Durch diese Möglichkeit entstehen aber wesentlich mehr Ideen. Auch MakerWorld bietet unzählige Modelle in interessanten Farbmischungen an. Dann kommt auch noch das Malen mit Farben hinzu. Unter anderem die Software HueForge lässt Bilder aus mehrfarbigen Drucken entstehen.
Die paar wenigen Farben, die ich auf Lager hatte, halfen da aber nicht viel. Zudem hatte ich überwiegend PETG-Filament, was aber beispielsweise für die Farbmalerei eher ungeeignet ist. Also habe ich Einiges an Filamenten bei SUNLU eingekauft. Kleiner Hinweis am Rande: Es ist wirklich unglaublich wie viele angebliche SUNLU-Shops es im Netz gibt. Gerade über die sozialen Medien wird gern ein Link auf solche Shops angegeben. Ob da jemals etwas ankommt nachdem man gezahlt hat?
Nun war zwar reichlich Filament da, aber das muss ja auch vernünftig gelagert werden, speziell, wenn die originale luftdichte Verpackung mal entfernt wurde. Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog über verschließbare luftdichte Beutel berichtet, die ich auch lange Zeit benutzt habe. Ein Küchen-Vakuumierer zog dabei die Luft aus den Beuteln. Leider gingen die Beutel einigermaßen schnell kaputt. Eine neue Lösung musste her.
Ich habe diverse Foren und Shops konsultiert und gute oder weniger gute Lösungen gesehen. Auch der Preis und die Langlebigkeit sind natürlich Argumente. Sehr oft sah ich Lösungen, bei dem mehrere Filamentrollen zusammen in einer Kiste lagerten. Das wollte ich nicht, weil mit jeder Entnahme nicht nur das zu nutzende Filament sondern auch das nicht genutzte der Umgebungsluft bzw. -feuchtigkeit ausgesetzt werden.
Ich fand dann eine Lösung, die mir gut gefiel: 4L-Müsliboxen. Die gibt es bei Amazon recht günstig oder auch auf Chinesischen Einkaufsplattformen. Wo man einkauft hängt von diversen Faktoren ab, die ich hier nicht erörtern will.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für den Käufer ändert sich der Preis dadurch nicht.
Dann ergibt sich schnell das nächste Problem. Die Dosen müssen irgendwo stehen. Für meine 48 Dosen habe ich ein kleines Regal gebaut. Insgesamt 8 Regalebenen gibt es. Dafür benötigte ich 7 Bretter (75cm x 25cm x 18mm), 14 Regalbügel und zwei Regalschienen. Ich habe massives Holz genommen, weil ich das für langlebiger und schöner halte. Da die Bretter unbehandelt waren, kommt noch Hartwachs Öl hinzu. Die Behandlung mit Harwachs Öl halte ich für unbedingt erforderlich um das schöne Holz unsehnlich zu erhalten. Ohne Versiegelung wird das Holz grau, rauh und spröde und nimmt zudem sehr schnell Schmutz an. Die spezielle Brettlänge von 75cm kommt durch meine Einbausituation zustande. Aber sie ermöglicht die ergonomische Platzierung von 6 Dosen pro Ebene. Wichtig: Die Regalbügel sollten am Rand der Bretter fixiert werden, weil man sonst Platz für Dosen verliert.

Jede einzelne Dose ist aber auch speziell ausgestattet. Für absolut notwendig halte ich Silika-Gel-Perlen um die Feuchtigkeit in den Dosen zu fangen. Immer wenn eine Filamentspule entnommen wird, kommt frische Luft in die Dose und mit ihr natürlich auch frische Feuchtigkeit.
Hier zeigte sich wieder, dass die Nutzung gewisser Standards hilfreich ist. Die 4L-Müsliboxen werden in der Community gern genommen. So ist es nicht verwunderlich, dass es auch genügend Ideen und Druckvorlagen für Entfeuchtigsmittelbehälter gibt. Beispielsweise diese hier (Doppelte Größe und mehr Luftdurchsatz).
Ich habe diese Vorlage allerdings etwas abgewandelt, was mit den Mesh-Tools von BambuLab-Studio kein Problem ist. Gedruckt habe ich mit Resten von PETG. Dementsprechend farbenfroh sind die kleinen Töpfchen geworden. Immer wenn die eine Spule leer war, kam die nächste Restspule dran.

In den Dosendeckel eingesetzt sieht es dann so aus:

Den ursprünglichen Klappdeckel habe ich einfach ausgehängt. Weder dieser Deckel noch der Dosendeckel werden dadurch beschädigt. Der Behälterdurchmesser passt perfekt zur Gummidichtung des Deckels und sorgt so für Dichtigkeit und zudem ist der Behälter gut befestigt.
Die Behälter sind nahezu komplett mit Silika Gel Kugeln gefüllt. Ich fand das Preis-Mengenverhältnis bei diesem Angebot auf Amazon ganz gut.
Es wäre natürlich von Vorteil, wenn man jetzt auch noch die Feuchtigkeit und Temperatur in den einzelnen Behältern beurteilen könnte. Dafür gibt es prinzipiell zwei Lösungen. Man kann Feuchtigkeitsindikatoren Messstreifen nehmen. Ich habe diese Streifen in meinen ursprünglich verwendeten Beuteln gehabt. Ich hatte immer leichte Zweifel, ob das für den Anwendungsfall sinnvoll ist, denn eine Verfärbung habe ich nie gesehen. Zudem sind die Streifen nicht gerade billig, vor allem deshalb, weil der Farbumschlag irreversibel ist. Möglichkeit zwei: Man sucht sich günstige kleine Messeinheiten. Die gibt es zwar günstig, aber man muss auch berücksichtigen, dass da ein oder sogar zwei Knopfzellen den Strom liefern, – und die halten nicht ewig und müssen dann gewechselt werden.
Ich habe mich für Digital Thermometer Hygrometer entschieden. Man knapp über einem Euro pro Gerät incl. Erstausstattung Batterien fand ich den Preis in Ordnung. Die kleinen Einheiten passen ganz gut in die Boxen.

Zur Befestigung habe ich ein beidseitig klebendes dickes Tape genommen. Jeweils links und rechts des Displays wurde ein sehr schmaler Streifen aufgebracht. Durch die gummiartige dickere Form schmiegt sich das Klebeband hervorragend an die Oberflächen an und hält die Messeinheit fest.

Die Beschriftung der Boxen stellte mich zunächst vor ein Problem. Das SUNLU-Filament kommt in Pappschachteln, die auf der Außenseite nochmal den gleichen Aufkleber tragen wie die Filamentrolle. Das ist aber nicht bei allen Lieferanten so. Zudem merkte ich recht schnell, dass das Abziehen von der Pappschachtel die Klebfähigkeit deutlich einschränkt. Eselsohren gab es gleich zu Anfang. Dann kam mir der rettende Einfall: Ich habe noch einen „uralten“ LabelWriter von Dymo und zudem noch eine große Menge Blanko-Labels. Es gibt sogar einen Treiber und Software für WIN11. Ich habe mir stark in Anlehnung an das Layout von SUNLU einen Druckentwurf gemacht und dann mit dem Beschriften begonnen.

Auf der Filamentrolle kann man auch die Klammer sehen, die das Filamentende fixiert. Der Entwurf ist hier zu finden und hat sich schon bewährt. Kleiner Tipp am Rande: Man sollte die Clips aus wärmebeständigem Material drucken, dann kann man sie auch im AMS beim Trocknen dauerhaft verwenden. Bei PLA leiern sie sehr schnell aus.
Beinahe hätte ich es vergessen. Es gibt noch eine kleine Änderung am Setup des Druckers. Die langen Zuführungen zwischen AMS und Drucker bedingen einen hohen Reibungswiderstand des Filaments in den PTFE-Röhrchen. Vor einiger Zeit hatte ich in einem Interview mit dem Chef (?) von BambuLab von sternförmigen Innenkanälen in PTFE-Röhrchen gehört. Diese habe ich jetzt rein zufällig auch gefunden und bestellt. Damit habe ich die Strecke vom AMS über die Filamentweiche (FTS) in den Drucker ausgestattet. Zudem habe ich die beiden Zuführungen zum Druckkopf damit ersetzt. Der erste Eindruck ist positiv. Aber das kann man erst nach längerer Erfahrung wirklich beobachten. Da ich vorher nur selten damit Probleme hatte, war das eher eine präventive Maßnahme.