Anycubic Wash & Cure plus im Gebrauch

Über die Bestellmöglichkeit hatte ich schon geschrieben und über das Auspacken ebenfalls. Hier ein kurzer Bericht über die Nutzung der Wasch und Aushärtungsmaschine für den größeren SLA-Druck folgt hier.

Ziel der Anschaffung der Anycubic Wash & Cure Plus war die Vereinfachung der Prozessschritte nach dem eigentlichen SLA-Druck.

Wie viele andere Nutzer habe auch ich mir beholfen, indem ich in einer größeren Wanne mit einer Sprühflasche Isopropylalkohol mit gewissem Druck auf das Modell gesprüht habe. Das war zwar grundsätzlich ein gangbarer Weg und die Modelle wurden auch einigermaßen von überflüssigem Harz befreit, aber andererseits war es umständlich und unhandlich. Von dem verlorenen IPA will ich da gar nicht reden.

Der relativ zeitgleiche Ansatz bestand in der Nutzung eines größeren Ultraschallreinigungsbades. Recht schnell merkt man aber, dass die Behandlung in so einer Maschine auch schnell zu Auswaschungen führt und feinste Details, wie beispielsweise Oberflächenstrukturen verloren gehen können. Man kann das aber wahrscheinlich in den Griff bekommen.

Dann kommt aber noch der Schritt der endgültigen Aushärtung. Dafür hatte ich mir einen Drehteller aus vorhandenen Teilen zusammengebastelt und einen Scheinwerfer mit 405nm beschafft. Abgesehen vom eher versuchstechnischen Aufbau funktionierte das Problemlos.

Trotzdem freute ich mich über den zum Mono X passenden Nachbearbeitungsapparat.

Damit man bequem mit dem Gerät arbeiten kann, sind etwas über 8,5 Liter Reinigungsflüssigkeit notwendig. Ich nehme aktuell IPA.

Zwei Einsätze werden für den Reinigungsbehälter mitgeliefert. In den oben gezeigten Einsatz kann man direkt das Modell inklusive der Druckplatte einhängen. Bei filigranen Strukturen ist das sinnvoller als die Benutzung des zweiten Einsatzes, – eines Korbes. Bei Reinigung mit der Druckplatte hat man eine gute Fixierung des Modells. Beim Korb ist nicht auszuschließen, dass das Modell durch den Reinigungsstrudel bewegt und eventuell beschädigt wird.

Im vorliegenden Fall, war das Modell schon recht groß, wie man erkennen kann.

Samt Druckplatte wurde es in die Halterung gelegt. Sinnvollerweise sollte die Reinigungsflüssigkeit bis zur Druckplattenunterseite reichen, was nur über die eingefüllte Menge und natürlich das Volumen des Modells steuerbar ist.

Eine Tabelle in der beigelegten Anleitung sorgt für Anhaltswerte bei der Reinigung. Über 4 Minuten sind bei Alkohol wohl nicht zu empfehlen. Die Einstellung erfolgt an der Gerätevorderseite über den Drehregler. Es sind aber nur Vielfache von 2 Minuten einstellbar. Alle 2 Minuten ändert sich übrigens auch die Propellerrichtung am Boden während des Waschvorgangs.

Die kleine Taste links ermöglicht die Umschaltung zwischen Waschen und Belichtung.

Interessanterweise gelang ein vernünftiges Foto vom Reinigungsvorgang nur mit der Strahlenschutzhaube, die natürlich beim Reinigen normalerweise unnötig ist und auch nicht vom Gerät gefordert wird. Der Reinigungsbehälter selbst hat aber einen dicht schließenden Deckel, den man tunlichst richtig anwenden sollte um nicht ständig den Dämpfen ausgesetzt zu sein und auch ein Kleckern zu vermeiden..

Das Zusammenspiel zwischen dem Deckel und dem dahinter liegenden Belichtungsarm ist dann auch gleich ein Kritikpunkt. Leider lässt sich der Deckel nur durch Einfädeln der hinteren Verschlusslasche genau zwischen Behälter und Belichtungsarm platzieren. Das hätte man sicherlich besser lösen können. Man muss halt etwas aufpassen.

Keinerlei Kritik gibt es allerdings am Ergebnis. So gut hatte ich es bisher nicht hinbekommen. Vor dem nächsten Schritt ist ordentliches Abtrocknen des Modells notwendig. Belichten mit Resten von Reinigungsmitteln gibt hässliche Flecken und eventuell sogar Materialprobleme. Sofern das Modell hohl gedruckt wurde, ist außerdem darauf zu achten, dass auch die Flüssigkeit im Inneren des Modells vollständig abgelaufen ist. An dieser Stelle ist dann auch das Lösen des Modells von der Druckplatte sinnvoll. Ich beseitige auch alle Stützstrukturen zu diesem Zeitpunkt. Dafür gibt es gleich 3 Gründe: Das Modell trocknet schneller, bei der Belichtung erreicht das Licht besser das Modell. Außerdem lassen sich vor dem Aushärten die Stützen leichter entfernen. Feine Strukturen brechen wesentlich leichter ab, wenn sie gehärtet sind.

Vor dem Belichten (Cure) gibt es einen kleinen Umbau. Der Reinigungsbehälter wird vom Gerät genommen. Eine verspiegelte Folie wird aufgelegt und der Drehteller wird aufgesteckt. Das nun vollständig getrocknete Modell wird so auf dem Drehteller platziert, dass ein Drehen problemlos und Hindernisfrei möglich ist. Das die Drehbewegung nicht kontinuierlich und „smooth“ abläuft, sondern eher einem Stottern ähnelt, sollte das Modell sicher abgelegt sein und gegebenenfalls mit einer geeigneten Fixierung gesichert sein. Ganz besonders sollte man auf die sichere Umstellung auf den CURE-Modus achten (linke Taste), sonst wird es im Waschmodus eine Schleuderpartie und das Modell ist sicher kaputt.

Die Belichtungszeit kann in Minutenschritten mit dem Drehknauf angepasst werden. Hier sind Materialeigenschaften die Grundlage der Belichtungszeit. Dunkle Materialien vergeben eher eine zu lange Belichtungszeit als Weiß oder gar transparente Harze. Diese neigen dann schnell zum Gelbstich. Im ersten Versuch sollte man keinesfalls über 3 Minuten hinausgehen. Die Anleitung rät zu 2 Minuten. Anders als beim Waschen muss die Strahlenschutzhaube jetzt geschlossen werden, sonst bleiben die Lampen aus. Besonders gesund ist das Licht der LEDs mit 405nm für unsere Haut natürlich nicht.

Wenn die Modelle nicht die Höhe der Lichtleiste überragen, kann es sinnvoll sein, diese im oberen Teil am Gelenk abzuknicken. Damit werden die Modelle auch von oben belichtet. Der Erfolg der Belichtung und damit der Aushärtung lässt sich in der Regel schon erfühlen. War die Oberfläche vorher noch wie mit einer dünnen Gummischicht überzogen, so hat man jetzt eine feste Oberfläche.

Auch dieser Schritt wird hervorragend durchgeführt.

Eine Wash & Cure Maschine kann man natürlich auch zum Reinigen des Resinbehälters und der Druckplattform benutzen. Dafür bietet sich dann der Korb und auch wesentlich längere Waschzeiten an. Trotzdem musste ich die Erfahrung machen, dass es ohne direkte mechanische Reinigung nicht ausreicht. Auf den Oberflächen bleibt ein Film vom Harz übrig, der weg muss. Da hilft dann nur Bürste oder Plastikspachtel. Zur Grund- und Vorreinigung ist es aber eine gute Hilfe. Natürlich bleibt der dünne Film auch beim Waschen des Modells. Da stört er aber üblicherweise nicht, da er zum Schluss mit ausgehärtet wird. Resinreste im Behälter und an der Druckplatte führen aber schnell zu Fehldrucken.

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