Elektronik des Anycubic Photon Mono X

Quasi als Nebeneffekt meiner Reparatur entstanden ein paar Aufnahmen, die ich hier meinen Lesern zur Verfügung stellen möchte.

Da ich kontrollieren wollte, ob sich noch irgendwo Resin verirrt hatte, baute ich die Hautplatine mit ihren beiden Huckepack-Platinen aus. Da nur zwei kleine Schrauben die Platine halten, ist das kein großer Akt.

Die Platine lässt ich ohne Entfernen der Kabel leicht entnehmen. Die beiden Flachbandkabel zu Screen und Display sollten allerdings entfernt werden. Diese Kabel sind einfach zu empfindlich.

Man sieht hier eine Hauptplatine, auf die eine Huckepackplatine aufgesetzt wurde. Darüberhinaus steckt dann noch die WLAN-Platine oben drüber. Zum Auseinandernehmen muss die WLAN-Platine zuerst abgenommen werden. Den winzigen Antennenstecker habe ich nicht gelöst. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass diese Stecker sehr empfindlich sind. Bei den kleinen ESP-Kameras hatte ich damit zu tun.

Ich hatte erst im eingebauten Zustand versucht, die WLAN-Platine abzunehmen. Das ging aber nicht. Irgendetwas behinderte den Versuch. Jetzt im ausgebauten Zustand war klar, was es war. Der Stecker war mit Sicherungslack fixiert. Der eher gummiartige Kleber war allerdings leicht ablösbar.

Ich war überrascht, hier eine Custom-Platine zu entdecken. Warum nimmt Anycubic hier kein Standard-Modul?

Der mit SPARTAN-6 bezeichnete Chip ist prinzipiell ein kleiner Microcomputer, der in vielen Anwendungen zu finden ist. Der winbond-Chip ist ein DRAM. Der Rest dürfte Ansteuerungslogik und Treiber für den LCD-Screen sein.

Das Mainboard kommt uns bezüglich seines Aufbaus und der Komponenten recht bekannt vor. Es scheint auch nicht nur hier Anwendung zu finden, da diverse Steckplätze unbenutzt bleiben. Ansonsten finden wir den Hauptprozessor (ARM) und den Treiber mit Kühlkörper für den einzigen Schrittmotor an Board. Zwei Endstop-Steckplätze finden sich ebenso wie 6 Lüfteranschlüsse, von denen nur 4 genutzt werden. Der Prozessor scheint nicht viel zu tun zu haben, da er weder aktiv noch passiv gekühlt wird. Er sitzt ja sogar eingekesselt unter der Screenplatine. Die restlichen bestückten Komponenten dienen überwiegend zur Spannungsanpassung und -glättung. Viel interessanter ist aber, was nicht bestückt ist. Da wäre beispielsweise ein LAN-Anschluss. Leider ist weder der Stecker noch die Elektronik bestückt, – also nutzlos. Vermutlich gäbe es aber auch die Firmware nicht her.

Wir finden zunächst mal zwei Anschlüsse AL und OL. AL ist der Endschalter für den unteren Punkt der Z-Achse, – ein optischer Endschalter.

OL geht auf die Rückseite und spricht ebenfalls einen optischen Sensor an, nämlich den für die Haubenkontrolle.

Auf dem obigen Bild, was von der Rückseite des Druckers gemacht wurde ist links der optische Endschalter zu sehen, der bis nach vorne durchreicht und links die Haubenkontrolle mit LED und Lichtsensor.

Lüfteranschlüsse gibt es genug, – mindestens 6. Vier werden aktuell genutzt. Ob die anderen mit Strom versorgt werden, habe ich nicht geprüft. Es stellt sich auch die Frage, wie es mit der Gesamtleistung aussieht.

Schon die Farbgebung der Kabel verrät den Anschluss für den einzigen Schrittmotor des Druckers.

Von Rechts nach Links, – weil es didaktisch sinnvoller ist: Der Stromanschluss für das Mainboard und auch für den gesamten Drucker. Alles läuft über diesen Anschluss. Daneben mit UV+ gekennzeichnet ist der Anschluss für die UV-LEDs. Ganz links findet sich ein Steueranschluss, der ebenfalls zum Netzteil führt. Ob man das so nennen soll, sei mal dahingestellt. Der Drucker bekommt ja schon eine Kleinspannung geliefert. Es ist also wohl eher eine Aufbereitung.

Der „Netzteil“-Anschluss.

Ich bin für jegliche Informationen dankbar, die über das hier geschriebene hinausgehen und werde das auch gerne hier veröffentlichen. Wer also mehr weiß, – herzlich gern.

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Thiago
Guten Morgen, ich komme aus Brasilien und sehe mir diese Fotos an ... wissen Sie, welche Funktion die 6 Stifte auf dem Foto haben, Position 7 ist mit P3 markiert? Danke.
Pierpaolo

Guten Abend.
Ich habe Probleme mit dem usb-Anschluss und kann deshalb nichts lesen. Ich möchte es zu wifi konvertieren, um diese Probleme zu lösen und es ein bisschen zu verbessern. Aber wo kann ich das genaue Modul finden? Was ist die Pin-Referenz des Moduls und Motherboard Photon Mono X? Ich habe den Drucker gebraucht gekauft und es gibt eine IP-Adresse des Vorbesitzers, aber jetzt kann er nicht verwendet werden, weil das Wifi-Modul fehlt. Können Sie mir helfen, es zu finden und dann zu konfigurieren?
Ich danke Ihnen vielmals.

Thomas Sturm

Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage wirklich verstehe. Trotzdem der Versuch einer Antwort.
Die USB-Schnittstelle dient primär zum Anschluss eines USB-Sticks mit Druckdateien bzw. Dateien mit Firmwareupdates. Über das Display des Druckers sollte man die Druckdateien auf dem USB-Stick sehen. Wenn das nicht funktioniert, ist die Frage, wo genau der Fehler liegt.
Wie das WIFI-Modul weiterhelfen soll ist mir dabei nicht klar. Daten und Bezugsadressen für das Modul USR-C322 findet man leicht über Eingabe eben dieser Bezeichnung bei Google. Auch der Hersteller hat eine Webseite: http://www.usr.cn.
Das Modul greift aber direkt auf die serielle Schnittstelle des Prozessors zu. Wenn USB, was ebenfalls auf diesen Bus zugreift, nicht funtioniert, ist das Problem mit der WIFI-Karte allein nicht behebbar.
Ich würde Kontakt mit dem anycubic-Support aufnehmen. Die sind eigentlich sehr nett und hilfsbereit, soweit es keine Internas betrifft.