Spiegelgravur mit dem K40

Mit dem Laser kann man nicht nur Holz gravieren oder sogar schneiden, sondern auch Glas gravieren. Besonders interessant wird das, wenn man dann auch noch einen Spiegel graviert.

Der K40-Laser ist stark genug, um auch Glas oberflächlich zu behandeln. Es waren nur sehr wenige Versuche notwendig um die richtige Leistung und die richtige Geschwindigkeit zu finden. Das liegt aber auch daran, weil gerade zu diesem Laser im Internet sehr viel Wissenswertes zu finden ist.

Ich hatte dann auch einen Artikel gelesen, in dem es um die Gravur von Spiegeln geht. Der hat mich aber aufs Glatteis geführt. Dort wurde nämlich behauptet, dass es sinnvoll wäre, einen Spiegel von der Sichtseite aus zu gravieren. Ziel ist es ja, die Beschichtung auf der Rückseite des Spiegels zu beseitigen. Der Schreiber des Artikels führte an, dass der Lasertrahl ja durch das Glas komplett hindurchtreten würde und dann die Rückseite behandeln würde.

Ich habe das ausprobiert und kam zu einem anderen Ergebnis. Mein Laser behandelt immer die ihm zugewandte Seite. Es wurde also die Vorderseite quasi aufgerauht. Das sieht prinzipiell auch nicht schlecht aus.

Leider ist es aber für Spiegel denkbar ungeeignet. Nur in der direkten Aufsicht ist das schön. Sobald man nicht senkrecht draufschaut, sieht man natürlich nicht nur die Oberflächengravur, sondern auch ihr Spiegelbild leicht versetzt. Mir gefällt das nicht, mal abgesehen davon, dass das was ich vorhabe, so auch nicht realisierbar ist. Die Spiegelbeschichtung auf der Rückseite blieb vollkommen unbehandelt.

Im zweiten Versuch habe ich dann die Beschichtungsseite in Richtung Laser gedreht und wieder bearbeitet. Mit 50% Laserleistung, – rein theoretisch also 20 Watt -, und 200 mm/s wurde jetzt im Rasterengravingmodus gearbeitet. So funktioniert es, wie man sieht.

Im Bild ist die obere waagerechte Gravur der erste Versuch. Man sieht hier sehr deutlich den unglücklichen Spiegeleffekt. Die Gravur wirkt unscharf und verschwommen. Die untere senkrechte Gravur ist der zweite Versuch.

Man sieht jetzt, dass die Beschichtung weggelasert wurde und zudem das Glas leicht aufgerauht wurde. Genauso wollte ich es haben.

Die Grundlage für ein erstes „Designstück“ war gelegt. Über Google habe ich nach nutzbaren monochromen Vorlagen gesucht. Irgendetwas mit Gräsern und/oder Insekten schwebte mir vor. Herausgekommen ist dann das Folgende:

Das Bild wurde als JPG in Inkscape eingebettet und dann als SVG-File gesichert. Mit dem SVG-File konnte ich dann mit dem K40-Whisperer den Laser ansteuern. Die Rückseite des zuvor auf die richtige Größe geschnittenen Spiegels wurde im Raster Engrave Modus bei 50% Leistung und 200mm/s beschossen.

Nachdem ich den Spiegel aus dem Gerät genommen hatte, bemerkte ich, dass zwar der Großteil der Beschichtung beseitigt war, aber immer noch in sehr dünnen Bahnen ein leichter Schimmer übrig geblieben war. Da ich den Spiegel aber nun nicht mehr in der Position hatte, konnte ich keinen zweiten Durchgang mehr laufen lassen.

Trotzdem gefällt mir das Ergebnis. Der Spiegel wird von hinten durch ein LED-Band beleuchtet. Dafür habe ich ein ursprünglich 5 Meter langes LEB-Band so gekürzt, dass es seitlich umlaufend in den selbstgebauten Rahmen passte. Wie das bei diesen LED-Streifen üblich ist, kann man per Fernbedienung sowohl Farben als auch automatische Farbabläufe steuern.

Aus diesem ersten Versuch hatte ich Einiges gelernt. Zunächst mal will ich nicht mehr selber aus Aluprofilen einen Rahmen bauen, da das viel zu teuer und zu arbeitsaufwändig ist. Viel wichtiger aber ist, dass ich zukünftig zwei Durchgänge mit dem Laser mache. Die Reste der Beschichtung sind dann definitiv weg und zudem wird die Oberfläche dadurch etwas mehr angeraut, was einen schönen Kristalleindruck erweckt.

Zu guter Letzt ist es natürlich unglücklich, dass ich einen LED-Streifen mit 5 m kaufen muss, wovon ich dann höchstens einen knappen Meter nutze. Den Rest verwerten geht erstmal nicht, weil ja immer nur ein Steuergerät und ein Netzteil dabei sind. Schaut man sich die Preise im Elektronikfachhandel für dieses Steuergerät und das Netzteil an, wird schnell klar, dass die beiden Teile auch schon locker 80% des Gesamtpreises ausmachen. Bei aliexpress kann man das Steuergerät knapp unter 2€ erwerben. Ein Netzteil kostet aber immer noch knapp 5 €. Ein Gesamtpaket mit 5m LED-Streifen bekomme ich manchmal für 15 €. Das Steuergerät selbst bauen geht natürlich auch. Prinzipiell reichen 3 Potis, wenn mann die Farbe von Hand einstellen will. Mit einem Arduino geht es auch. Egal wie, es ist immer teurer als der Fertigkauf.

Wenigstens beim Rahmen bin ich fündig geworden. Die richtige Größe (23cm x 23cm) mit einem Rand, der auch einen LED-Streifen aufnimmt, habe ich bei IKEA für knapp 5 € gefunden.

Zweiter Anlauf …

Zunächst musste mal ein neues Motiv heran. Insekten sollten es sein. In Naturbüchern findet man oft solche Schaubilder mit einigen Insekten drauf. In Google findet man so etwas auch. Übrigens ist hier Vorsicht geboten. Das Meiste was man findet ist zwar kostenfrei, aber eben nicht lizenzfrei, wenn es kommerziell genutzt wird. Verkaufen will ich die Spiegelbilder nicht, – also erstmal kein Problem.

Die reinen „Schattenbilder“ werden nicht sonderlich gut wirken. Rechts unten ist etwas, das schon in die richtige Richtung geht.

Ein passendes Bild ist schnell heruntergeladen und dann in Inkscape in ein SVG-File umgewandelt.

Mit K40-Whisperer dann 2mal gelasert.

Im Bild oben sieht man neben der gelaserten Spiegelrückseite auch den eingeklebten LED-Streifen. Diesmal hatte ich Platz und habe zwei Reihen genommen. Oben ist der Anschluss für das Netzteil und der kleine schwarze Punkt vom Infrarotempfänger zu sehen. Für beides muss man Vorsorge treffen.

Die Rückwand ist eingesetzt. Durch einen Schlitz läuft der Stromanschluss und der kleine lila Leuchtfleck ist ein Loch, das genau gegenüber vom Infrarotempfänger platziert ist. Es hat sich aber gezeigt, dass der Infrarotstrahl der Fernbedienung sogar durch die Frontseite problemlos erkannt wird.

Zu guter Letzt noch ein paar Eindrücke vom fertigen zweiten Spiegelbild.

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