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bq Witbox – Teil 1: Auspacken

Das spanische Unternehmen bq hat mir freundlicherweise für ein paar Wochen ihren 3D-Drucker Witbox kostenlos zukommen lassen. Der Kontakt kam letztendlich durch meinen Blog zustande.

Wenn man die Internetsite von bq besucht und sich die dort dargestellte Unternehmensphilosophie ansieht, kann man sich da durchaus wiederfinden. Die dort vertretenen Haltungen machen das Unternehmen ein Stück weit sympathisch. Ich will hier aber nicht zuviel über das Unternehmen bq schreiben, sondern über eines ihrer Produkte für den 3D-Markt.

Die Witbox wird in Gelb, Schwarz und Weiß für 1699€ angeboten. Versandkosten fallen hierbei nicht an, da der Wert über 99€ liegt. Nur der Expressversand schlägt mit 0,99€ zu Buche. Soweit, so fair …

Heute war es soweit. DHL hat das gut 30kg schwere Paket gebracht. Der Postbote konnte es aber noch allein vom Auto ins Haus tragen und hat sich auch nicht beschwert. Und da steht sie nun die große Kiste. bq Witbox – Teil 1: Auspacken weiterlesen

Drucksalat

Das grenzt ja schon fast an moderne Kunst, was mein Drucker da gestern fabriziert hat.

Drucksalat03

Morgens früh hatte ich einen Druckauftrag gestartet. Es sollte ein kompletter Wade Extruder werden. Dann war ich den ganzen Tag unterwegs. Da die Heizungen nach vollendetem Druckauftrag abschalten kann ich das ruhig wagen. Alle Drucke in den Tagen zuvor waren problemlos gelaufen. Am Abend sah ich dann den fertigen Druck.

Ich habe mich zunächst gewundert, wie das passieren konnte. Nicht nur der Druck war völlig schief gelaufen, sondern die Fixierklammern ringsherum waren weg. Somit war die Druckplatte und der Spiegel darunter auch nicht mehr am Heizbett befestigt und lagen dementsprechend schief im Drucker. Offenbar hatte sich während des Druckes von meinem Hotend eine Schicht Kaptonband gelöst, die um den Thermoblock gewickelt ist. Das dürfte sich dann verklemmt haben und hat alles heruntergerissen.

Glücklicherweise ist nichts weiter kaputt gegangen. Der Drucker arbeitet schon wieder an einem Extruder für ein jhead-Hotend.

Nochmal der feundliche Hinweis: Aktuell kann ich aus einer eigenen Großbestellung neben diversen Elektronikteilen für den Drucker auch jheads anbieten.  Schaut doch einfach mal im Menü links in den Eintrag „Zubehör und Verbrauchsmaterial für 3D-Drucker“ rein.  Die Preise dürften wohl gefallen.

Noch ein paar Impressionen vom „Salat“:

Drucksalat01 Drucksalat02 Drucksalat04

Dauerdruckplatte

An der einen oder anderen Stelle hatte ich hier im Block beschrieben, wie ich ABS dazu bringe auf meiner Druckplatte zu haften. Das ist auch so nach wie vor richtig, – es funktioniert so tadellos.

Nun hat diese Methode aber diverse Nachteile:

  • Aufbringen des Kaptonbandes sehr aufwändig
  • Nahezu unmöglich eine absolut glatte faltenfreie Oberfläche hinzukriegen
  • Jedesmal mit Aceton reinigen
  • Nicht sonderlich haltbar. Nach 5 Drucken ist meistens die Kaptonschicht ziemlich ramponiert.
  • Abziehen des zerstückelten Kaptonbandes ist mühselig und das Reinigen ist auch aufwändig
  • Drucke haften auch nach Abkühlung zu fest auf der Oberfläche. Ablösen schwierig.

Ich habe mich Anfang Oktober 2014 dann auf die Suche nach einer besseren Methode gemacht und dazu sehr viele Foreneinträge gelesen. Mir fiel dann eine sogenannte Dauerdruckplatte auf, die allgemein sehr gelobt wurde. Da ich das zunächst mal über längere Zeit ausprobieren wollte, habe dazu zunächst noch nichts geschrieben. Jetzt drucke ich allerdings schon drei Monate darauf und ich bin wirklich überzeugt davon.

Dauerdruckplatte
Man sieht auf dem Bild die braune Platte, auf der gerade ein Delphin mit ABS gedruckt wird. Mein Aufbau von unten nach oben:

  1. Presspappe auf dem Y-Carriage
  2. Bodenlaminat-Isolationsmaterial mit silberner Seite nach oben
  3. Heatbed
  4. Spiegelfliese 20cmx20cm (die besonders Gute von Ikea 🙂 ) als Heatspreader
  5. Dauerdruckplatte 20cmx20cm
  6. Die Druckplatte ist mit Klammern mit der Spiegelfliese zusammen auf das Heatbed geklemmt

Während bei der Verwendung von Kaptonband noch ein gewisses Aufpressen der ersten Druckschickt sinnvoll erscheint, kann man hier auf solche Spielchen verzichten. Ich stelle den Abstand zwischen Druckdüse und Dauerdruckplatte immer so ein, dass ein Notizklotzzettel gerade schleifend dazwischen zu schieben ist.

Der Druck haftet so lange darauf, wie die Platte heiß ist. Aktuell verdrucke ich mein Terluran bei 225°C (220°C erste Schicht) und die Platte ist immer 122°C heiß. Wenn der Druck fertig ist und die Platte langsam kalt wird knackt es ein paar Mal und das Teil löst sich vollkommen von allein.

Ein paar Infos noch:

Die 122°C für das Druckbett scheinen das absolute Maximum meines Druckbettes zu sein. Die Messung hängt natürlich stark von der Position des Thermistors ab. Bei mir liegt er in dem Loch des Heatbeds mit Kontakt zur Spiegelfliese. Zum Aufheizen lege ich immer noch einen Karton oben drauf. Es geht dann merklich schneller. Die Isolation auf der Unterseite scheint mir nicht so viel zu bringen, wenn der Drucker eh schon gekappselt ist. Zumindest haben alle meine Versuche dahingehend nicht viel gebracht, – inklusive der aktuellen Konfiguration mit dem Laminat-Isolationsmaterial, was aus Silberfolie und dichtem Schaum besteht. Das nächste Heatbed wird auf jeden Fall auf Basis einer Silikonheizfläche entstehen.

Die Dauerdruckplatte muss je nach Material ab und zu mit Alkohol gereinigt werden.  Ich benetze ein Küchentuch mit Alkohol und wische einmal drüber. Dann passt es wieder. Die Notwendigkeit des Abwischens hängt wohl davon ab, wie stark das verdruckte Material ausfettet. Die Platte ist übrigens beidseitig benutzbar und sollte auch hin und wieder gedreht werden.

Herr Dr. Schlautmann schreibt dazu:
Reiner Alkohol und auch Aceton verdrängen das in die Oberfläche diffundierte Wasser, dadurch verstärkt sich die Haftwirkung und die Trennfunktion kann verloren gehen. Dieser Prozess kann durch die erneute Behandlung mit Wasser regeneriert werden. Man spricht bei Kunststoffen von Konditionierung. (Die Platte einige Zeit über Wasserdampf halten oder warm mit Wasser abwaschen) Auch durch häufigen Betrieb bei hohen Temperaturen kann dieser Effekt entstehen. Ich klebe die Platten mittlerweile mit Transferklebeband auf, das ist bei den größeren Platten sehr empfehlenswert.
„3M 468MP“.

Also kurzum: Ich kann die Platte uneingeschränkt empfehlen und werde sie auch in weiteren Druckerprojekten einbauen. Die Platte gibt es bei MTplus. Unter „Produkte“ ist die Platte zu finden. Der Inhaber der Unternehmens, Herr Dr.-Ing. Philipp Schlautmann, ist übrigens sehr freundlich und hilft bei Problemen per Mail weiter. Mittlerweile habe ich aber auch recht viel Erfahrung damit und helfe auf Anfrage gern.

Nur mal so nebenbei: Wenn ich hier über solche Produkte berichte, tue ich das aus Erfahrung/Überzeugung. Ich bin in keinem Fall am Umsatz beteiligt. Sollte das mal anders sein, werde ich das fairnesshalber angeben.

Kaptonband auf Spiegelfliese aufbringen

Ich drucke ABS grundsätzlich auf einer Spiegelfliese, die mit Kaptonband beschichtet ist. Vor jedem Druck wische ich dann noch das Kaptonband mit Aceton ab um jegliche Verunreinigung mit Fettrückständen zu verhindern.

Hier will ich versuchen zu zeigen, wie ich das Kaptonband aufbringe. Spätestens wenn die Spiegelfliese so aussieht wird es Zeit das Kaptonband zu erneuern.

Kaptonband aufbringen 01

Ich brauche dazu:
die Spiegelfliese
Kaptonband 50mm breit (Bezugsquelle Amazon)
Teppichmesser (jedes andere scharfe Messer tut es auch)
Wassersprüher gefüllt mit Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel
eine Telefon- oder Kredit- oder …-Karte
ein saugfähiges Tuch
Aceton (Bezugsquelle: Baumarkt oder Elektronikfachhandel)

Kaptonband aufbringen 02

Die Fliese muss zunächst mal sauber gereinigt werden. Vor allem alles, was eine Erhebung darstellt, wie etwa Klebebandreste, muss weg sein, weil es später im Druck unschöne Dellen hinterläßt. Das gilt aber für den ganzen Prozess: Sauber arbeiten. Umso ordentlicher wird später die Unterseite des Druckes. Das sollte dann so aussehen.

Kaptonband aufbringen 03 Kaptonband aufbringen 04

Gar nicht so einfach eine Spiegelfliese zu fotografieren.  Aber es dürfte klar sein, was ich meine.
Um das Kaptonband positionieren zu können, benetzt man zunächst die Fliese mit dem Wassersprüher.

Kaptonband aufbringen 05

Das sollte ruhig so viel sein, wie man es auf dem Bild sieht. Jetzt das Kaptonband auflegen.

Kaptonband aufbringen 06

Die Wellen kann man jetzt leicht mit einer Karte ausstreichen. Etwas Übung ist wohl nötig. Wenn es nicht sofort funktioniert, kann man das Band ruhig wieder abziehen und es erneut probieren. Wenn dabei das Wasser knapp wird, ruhig erneut einsprühen.

Kaptonband aufbringen 07

Wenn das gelungen ist, wird der Rest mit dem Tuch ausgestrichen und dabei natürlich auch das Wasser aufgesogen. Dann sollte es so aussehen.

Kaptonband aufbringen 08

Das überhängende Klebeband sollte am Fliesenrand mit dem Teppichmeser abgeschnitten werden. Nicht etwa um die Fliese herumkleben. Das Problem dabei ist nämlich, dass dann immer ein kleiner Rest Wasser genau in dem Knick um die Fliesenkante herum bleibt, der ständig zum Ablösen des Klebebandes am Rande sorgt. Den ganzen Prozess für die vier Bahnen wiederholen. Ich benetze die Platte für jeden Streifen einzeln. Der Klebefähigkeit tut es keinen Abbruch. Am Ende sollte die Platte so aussehen.

Kaptonband aufbringen 09

Wie schon gesagt: Für jeden einzelnen Druck sollte die Platte jetzt noch mit einem mit Aceton leicht angefeuchteten Papiertuch abgewischt werden. Verwendet man hier zu viel Aceton, bekommt das dem Kleber natürlich nicht so gut. Sobald die Beschichtung einigermaßen ramponiert ist, wird das zum Problem.

Die ABS-Drucke haften hier sehr fest. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich das Druckbett auf 110°C erwärmt halte. Da wo die Drucke nicht haften, war wahrscheinlich ein Fettrückstand auf der Platte.

Ich benutze zum Abnehmen der Drucke ein Teppichmesser. Dabei gehe ich seitlich mit der möglichst flach liegenden Klinge an eine Ecke eines Teils heran und versuche die Klinge darunterzuarbeiten. Das ist manchmal recht mühsam. Leider beschädigt die Klinge dabei auch oft die Kaptonbeschichtung. Man kann sich dabei allerdings auch gut in die Finger schneiden. Ich renne momentan auch wieder mit einem Pflaster rum. Also Vorsicht.

 

Montage der Druckplatte auf dem Y-Carriage

Immer wieder tauchen Fragen zu bestimmten Grundlagen auf. Ich habe deshalb eine neue Kategorie eröffnet, in der ich solche Themen aufgreife. Eine ganz wichtige Grundlage zuallererst: Sauberes genaues Arbeiten spart viel Ärger. Wir basteln hier zwar, – aber es soll doch nicht so aussehen und funktionieren soll es doch auch, – oder? Und weil ich es immer wieder sehe: Bei Verschraubungen nimmt man grundsätzlich Unterlegscheiben. Die sind nicht nur schön sondern unerläßlich um die Presskraft der Verschraubung sauber in die Teile zu führen.
Im ersten Beitrag dieser Art geht es um die Montage der Druckfläche auf das Y-Carriage. Dabei ist es zunächst mal völlig gleichgültig ob das Carriage nun für 8mm oder 10mm-Lager ausgerichtet ist. Es geht nur um den Aufbau darüber.
Auf das y-Carriage kommt eine Hartfaserplatte (MDF), im Volksmund auch gern Presspappe genannt. Das ist dieses Material, was an Schrankrückwänden auch benutzt wird. Ist so etwa 3mm stark. Bitte unbedingt neues und vor allem gerades Material benutzen. Wenn es schon beim Einbau krumm ist, wird es schwierig damit zu drucken. Die Platte sollte in der y-Richtung nicht wessentlich länger als das Carriage sein, um in y-Richtung maximale Bewegungsfreiheit zu haben. Diese Platte liegt nämlich noch im Basisrahmen. Die Breite wird etwa 1-2cm größer als das Heatbed genommen. Mittig auf das Carriage schrauben.
Druckplatte 01
Darüber wird wiederum eine solche Platte angebracht. Diesmal in beiden Richtungen um den o.g. Betrag breiter als das Heatbed. Diese Platte wird mittig und vor allem federnd auf die untere Platte geschraubt. Das ist ein Schutz, damit bei Fehlern der Z-Steuerung nicht gleich das Hotend mit voller Kraft in das Heatbed oder die Druckplatte fährt. Diese Verschraubung sollte einstellbar ausgeführt werden, damit man die Platte sauber in Z (also Höhe) ausrichten kann. Ich kann nur empfehlen dies mit 3 Schrauben auszuführen. Beispielsweise hinten links, mittig rechts und vorne links. Teilweise werden Lösungen mit 4 Schrauben gezeigt. Das hatte ich Anfangs auch. Das lässt sich kaum sauber einstellen. Die auf dem Bild sichtbaren Einstellräder kommen natürlich wieder aus dem thingiverse und findet man hier.  Die obere Platte liegt knapp über dem Basisrahmen, so dass sich die Ränder in Y-Richtung über den Rahmen bewegen können.
Druckplatte Höhennivellierung 03 Druckplatte Höhennivellierung 01 Druckplatte Höhennivellierung 02
Auf das obere Brett wird jetzt das Heatbed fixiert. Dabei sollte ein kleiner Abstand zwischen Platte und Heatbed entstehen. Also am besten sollte jede Schraube von unten nach oben folgendes halten: Schraubenkopf, Unterlegscheibe, Platte, Unterlegscheibe, (2x)Mutter, Unterlegscheibe, Heatbed, Unterlegscheibe, Mutter. Das Gewinde sollte dann oben noch knapp 1mm rausschauen.  Man muss halt aufpassen, dass das Hotend damit kein Problem bekommt.
Heatbed montiert 01 Druckplatte Heatbed Montage 01 Druckplatte Heatbed Montage 02
Alle genannten Verschraubungen sind M3. Die obere Verschraubung (Heatbed) nicht zu fest anziehen. Erstens ist das nicht nötig und zweitens könnte das Heatbed dabei kaputt gehen. Alles muss verspannungsfrei sein, denn immer daran denken, alles was warm, wird dehnt sich aus. Steht das Heatbed unter Spannung, wird es sich nach oben oder unten wölben oder schlimmstenfalls reißen.
Auf das Heatbed sollte man niemals direkt drucken. Eine Spiegelfliese kommt da drauf und wird mit 3 oder 4 Klammern fixiert.
Heatbed Spiegelfliese Klammer 01
Die Fliese muss ja immer wieder runter um die Teile abzunehmen, um sie zu reinigen und auch um Kaptonband aufzukleben. Auch hier dran denken: die Fliese dehnt sich unter Wärme aus. Also nicht zu stark fixieren oder gar einen festen Rahmen benutzen.
Kleiner Tipp noch. Wer eh noch die Fliese kaufen muss, sollte gleich wenigstens 2 oder mehr kaufen. Dann kann man nämlich immer sofort weiterdrucken, wenn ein Druck fertig ist. Bis die Teile von der Fliese gelöst sind, ist der Drucker und natürlich auch die Fliese kalt. Dann heißt es wieder warten. Übrigens gibt es beim schwedischen Möbelhaus mit dem Elch ein Paket mit 4 Fliesen zu je 20X20cm². Die passen perfekt und kosten zur Zeit der Erstellung dieses Artikels gerade mal knapp 5€.

Heated Bed – beheizte Druckfläche

Ein Bild vom beheizten Druckbett. Bei ABS heize ich beim ersten Layer auf 115°C und dann halte ich die Temperatur bei 110°C. Auf der roten Heizplatte liegt eine Spiegelfliese. Diese ist mit Kaptonband beklebt. Das Kaptonband wird vor jedem Druck mit Aceton abgewischt. Die Haftung ist sehr gut.Die Spiegelfliese muss mit Klammern befestigt sein, sonst rutscht sie bei Drucken weg. IMAG0005