Tronxy X5SA 24V: Verstopfung

Ich sehne den Tag herbei, an dem ich das originale Hotend des Tronxy ersetzen kann. Leider fehlen noch Teile aus dem fernen Asien dazu. Der folgende Problemfall wäre mir dann wohl erspart geblieben.

Immer wieder hatte ich in der letzten Zeit das Problem, dass sich das Extruderzahnrad in das Filament eingegraben hat. Ich hatte das darauf zurückgeführt, dass es zu viele schnelle  vor/zurück-Bewegungen gab. Aufgrund der Nutzung von PET-G habe ich ein relativ hohes Retract eingestellt.  Jetzt habe ich aber festgestellt, dass es daran gar nicht lag.

 

Ich hatte wieder einmal die Düse gereinigt. Aber sofort nach dem Neustart konnte ich wieder dieses pumpende Verhalten feststellen. Der Extruder schaffte es nicht gegen den Widerstand anzukommen. Wenn man einen Moment wartete, kam aber Filament aus der Düse. Ich vermutete jetzt ein Problem oberhalb der Düse im Hotend.

Der Käfig um das Hotend wurde daraufhin abgenommen. Hierfür benötigt man übrigens einen TORX 8 Schraubendreher und keinen Sechskant. Das ist bei der Größe der Schrauben schon kaum mehr unterscheidbar. Da sämtliche Sechskantwerkzeuge durchdrehen oder zu groß sind, kommt man aber irgendwann darauf. Nicht etwa, dass mir das so passiert wäre …

Ich habe die komplette Hotendkonstruktion samt Kühler demontiert und zerlegt.

 

Tatsächlich war das lange Metallrohr komplett mit aufgeschmolzenem Filament verstopft. Bei keinem Hotend darf Filament vor der Düse aufschmelzen. Üblicherweise verhindert zum einen die Kühlkonstruktion dies, ganz besonders verantwortlich ist aber ein PTFE-Röhrchen im Inneren des Metallrohres dafür. Das fehlt hier.

Nun ist das hier verbaute Hotend etwas anders gebaut, als man das von anderen Hotends kennt. Hier wird kein fest verbautes PTFE-Röhrchen genutzt, sondern die PTFE-Zuführung zwischen Extruder und Hotend selbst wird dafür eingesetzt. Man muss nur den „Schlauch“ weit genug in das Hotend einschieben. Entweder war das bei mir von vornherein falsch aufgebaut, – schon klar, von mir selbst -, oder es ist erst später passiert. Wenn das aber mal passiert ist, schafft man es ohne Zerlegen und Reinigen wohl kaum mehr einen funktionstüchtigen Zustand zu erreichen.

Ich habe mir auf dem PTFE-Schlauch eine Markierung gesetzt, wie weit er mindestens eingeschoben werden muss. Nachdem alles gereinigt war, wurde wieder zusammengebaut.

1. Schritt: Düse soweit wie möglich in den Thermoblock einschrauben.

2. Schritt: Metallrohr so weit wie möglich von der Oberseite einschrauben.

3. Schritt: Metallrohr in den Kühler so weit wie möglich einschieben und mit den beiden kleinen Inbusschrauben fixieren.

4. Schritt: PTFE-Schlauch einführen. Man sieht hier an der Markierung, welche Länge notwendig ist.

5. Schritt: Fertig. Der PTFE-Schlauch ist soweit wie möglich eingeschoben.

Die Markierung auf dem Schlauch ist eigentlich nur eine Sicherheit für die Zukunft, wenn ich die Verbindung an der Stelle nochmal trennen muss. Ich werde versuchen, das zu vermeiden.

3 Gedanken zu „Tronxy X5SA 24V: Verstopfung“

  1. Hmm… ich habe an meinem Tronxy X5SA (alte Version und viel Ärger damit gehabt bzw. habe immer noch, bis das MKS SBase-Board verbaut und eingerichtet ist. Das Chitu scheint großer Käse zu sein…) das Hotend zwar noch nicht zerlegt, aber recht sicher bin ich mir bei Folgendem:

    Wenn man die Düse „auf Block“ in den Heizblock schraubt, wird keine Filament-dichte Verbindung zum „Heatbreak“ hergestellt. Das Filament sabbert neben/zwischen Düse, Gewinde zum „Heatbreak“ und PTFE-Schlauch, die nächste Verstopfung ist vorprogrammiert.

    Normalerweise schraubt man die Düse „auf Block“ ein, dreht sie eine halbe Umdrehung wieder heraus und kontert danach die Düse mit dem „Heatbreak“. Im Anschluß wird aufgeheizt und dann die Düse _nochmal_ _gegen_ das „Heatbreak“ geschraubt (handfest, heißt es immer… Hände sind unterschiedlich stark. Soll heißen: nicht festballern wie Radschrauben am Auto. Nach fest kommt ab 😉 ). Erst nach der Prozedur gerät kein Filament in das Gewinde des Heizblocks und auch nicht zwischen Düse und „Heatbreak“.

    Die durchgehenden PTFE-Schläuche bei den Chinesen halten auch noch Überraschungen parat. Es reicht nämlich nicht, den Schlauch einfach nur auf Anschlag reinzuschieben, er muß auch noch möglichst exakt rechtwinkling abgeschnitten sein, damit sich kein Filament von Innen an das „Heatbreak“ legt, da kleben bleibt und bei den hohen Temperaturen dort „degeneriert“ (sich zersetzt und schäbige Zersetzungsprodukte wie Kohle und diverse andere Chemikalien hinterlässt).

    Wenn das alles passt, sollte das Hotend aber einigermaßen fluffig laufen.

    1. Danke für Deine hervorragenden Tipps. Das sollte vielen eine hilfreiche Information sein.
      Deine Abneigung gegenüber dem Chitu-Board kann ich allerdings nicht teilen. Mir gefällt es und es verursacht bei mir keine Probleme.
      Es ist tatsächlich so, wie Du schreibst. Schraubt man die Düse direkt bis zum Anschlag in den Block und zieht sie da fest, bringt das gar nichts, denn das Filament sabbert heraus. Bei mir kam bei der von mir beschriebenen Prozedur aber nicht nur unten sondern auch oben das Filament raus. Das habe ich so noch bei keinem Hotend erlebt. Die verbauten Komponenten beim Tronxy sind wohl nicht die Besten. Ich habe letztlich einen Weg gewählt, der mir schon bei meinem Mendel geholfen hat. Ich habe sowohl die Düse als auch das obere Röhrchen mit Teflondichtungsband eingeschraubt. Das ging früher und funktioniert auch jetzt wieder hervorragend. Deine Lösung ist aber sicherlich auch ein gangbarer Weg.
      Gut, dass Du es nochmal so präzise formuliert hast. Mit aller Gewalt anziehen führt zum Tod des Bauteils. Kleine Querschnitte mit weichem Material gepaart darf man nicht zu fest anziehen.

  2. Ich nutze seit 2 Jahren den X5S mit hervorrangenden Ergebnissen. Ich kann dir nur zu einem Wassergekühlten Hotend raten, und gleich auch die Motoren mitkühlen.
    Der Umbau kostet 55€ und man hat deutlich konstantere Temperaturen und deutlich weniger Probleme. XTC oder so heisst das Hotend, über Ebay bekommt man es. Ist ein Alublock der an den Seiten Trapezförmig angefast ist. Oben 3 rote Kupplung drin hat.

    Das originale Hotend flog bei mir noch vor dem.ersten Druck raus. Die Luftkühlung ist nicht schön und bläst auch auf den Heissen Teil der nicht gekühlt werden soll. Ebenso eine Silikonsocke aufziehen. Und ein anschließendes Pid Tuning

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