bq Witbox – Teil 6: Im Vergleich …

Weil ich sowohl einen Mendelmax mit ABS betreibe als auch aktuell die Witbox benutzen kann, lag ein Vergleich des Druckbildes nah. Nach ein wenig Überlegung, was denn wohl zum Vergleich geeignet sei, fielen mir die X-Ends des Mendelmax ein. Da hatte ich auch kurz zuvor einen Satz auf meinem Mendelmax fertiggestellt. Die Teile sind einigermaßen komplex und erfordern auf jeden Fall Stützmaterial. Vorab ein Hinweis auf das Ergebnis: Ich bin sehr positiv überrascht.

Zunächst jedoch ein weniger erfreuliches Ergebnis:
Ich hatte im Netz eine recht interessante Vase in Form einer Rose gefunden. Die wollte ich mal auf die schnelle Ausdrucken. Mit Slic3r und den vorgegebenen Profilen habe ich das gcode-File erzeugt. Dann wurde gedruckt ….

Ich gehe im Nachhinein davon aus, dass ich die Druckplatte nicht sauber genug gereinigt hatte. Der Streifen Kaptonband war natürlich noch auf der Druckplatte. Nach einiger Zeit bin ich mal zum Drucker gegangen um das Ergebnis zu sehen.

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Die Vase war leider umgefallen. Den vermutlichen Grund hatte ich schon angeführt. Grundsätzlich ist aber das Druckbild ganz in Ordnung.

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Es ist halt eine kleine Vase geworden.

Kommen wir zum Vergleichstest. Die ersten Bilder habe ich in der originalen Beleuchtung des Druckers gemacht, – ein total cooles Blau.

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Die Druckplatte ist mittlerweile komplett mit Kaptonband beklebt und danach gründlich mit Aceton abgewischt.

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Schon in dieser Ansicht war ich vom Ergebnis beeindruckt. Zu den Eingangsvoraussetzung sei noch gesagt, dass diesmal als Slicer Simplify3D zum Einsatz kam. Auch in diesem Programm gibt es eine Voreinstellung für die bq-Witbox. Für den kleineren Drucker von bq gibt es ebenso Unterstüzung in diesem Slicer. Der Druck wurde bei nur 190°C und einer Layerhöhe von 0,1mm durchgeführt. Bei dem Volumen der Teile war dann auch nicht sonderlich überraschend, dass der Druck gute 15Stunden dauerte. Die gewählten Geschwindigkeitseinstellungen will ich hier auch gerne zeigen:

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Ich glaube, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Im folgenden Bild liegen das Witbox-Teil links und das Mendelmax-Teil rechts. Das rechte Teil ist mit einer Layerhöhe von 0,25mm gedruckt. Ich weiß: Eigentlich kann man es dann nicht vollends vergleichen, aber die Tendenz ist schon sichtbar. Natürlich lagen die Teile beide mit der gleichen Fläche auf dem Druckbett, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Man sieht hier im Bild jeweils die Seite. Der Layerverlauf ist von oben nach unten. Die Teile liegen hier mit der Bodenfläche aneinander.

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Ein Blick auf die Oberfläche, – also den obersten Layer. Wieder ist das Witbox-Teil links.

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Ich bin mir nicht sicher ob es auf dem Bild herauskommt. Aber ich finde, dass die Oberflächen, egal ob nun seitlich oder oben, sehr glatt und sauber gedruckt sind. Übringens muss ich auch das Filament von bq loben. Es ist zwar PLA hat aber trotzdem vernünftige Eigenschaften bezüglich Flexibilität. Die gedruckten Teile müssen ja Lager festhalten und deshalb leicht verformt werden. Das geht nicht mit jedem PLA-Filament. Viele sind dafür zu spröde.

Sehr interessant finde ich aber einen Effekt, der bei größeren Löchern zu beobachten ist. Der jeweils zum Inneren des Teils gelegene Bereich scheint irgendwie auf der Oberfläche ein Wellenmuster zu erzeugen. Das sieht man aber nur, es ist nicht einmal spürbar. Eine Begründung dafür fällt mir nicht ein. Die Mendelteile zeigen so etwas nicht. Schaut Euch im unteren Bild mal den Bereich rechts neben dem linken Loch an. Eventuell auf Foto klicken, damit man die Vollansicht sieht.

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Die Farbe des Teiles ist hier nur deshalb anders, weil dieses Bild im Gegensatz zu den anderen mit einem Blitz gemacht wurde. Sonst hätte man den Effekt vermutlich gar nicht gesehen.

Fazit: Wenn die Haftung auf dem Druckbett gelingt, erzeugt die Witbox sehr gute Drucke. Die Oberflächen sind glatt und sauber. Die Maßhaltigkeit ist gut, sofern sie nicht sowieso durch den Slicer beeinflusst wird. Ich empfehle allerdings zum Slicen unbedingt Simplify3D zu nehmen. Die Ergebnisse mit Slic3r (die Vase) waren an der Oberfläche deutlich schlechter.

Wenn einer meiner Leser den Wunsch nach einem Testdruck eines bestimmten Teiles hat, lässt sich das realisieren. Kontaktaufnahme ist über das Formular möglich.

 

Ein Gedanke zu „bq Witbox – Teil 6: Im Vergleich …“

  1. Das Wellenmuster auf der Witbox kommt von den eher sehr schlechten Linearlagern.
    Ich habe diese bei meiner Witbox 2 – letztlich auch der Geräuschkulisse wegen – auf Polymerlager umgerüstet. (IGUS Drylin)
    Seitdem ist 1. Ruhe beim Druck und 2. keine Wellen mehr sichtbar. Wichtig ist nur: Bei den Polymerlagern die Madenschrauben
    nicht zu fest anziehen, sonst klemmt das auf den X/Y Wellen.
    Hohe Objekte plaziere ich immer mittig. Die Glasplatte mit den Magneten ist zwar „nett“ aber zu den Rändern links und rechts kommt
    es zu Vibrationen, Hier kann dann das Objekt entweder beim Druck abreissen oder zumindest entstehen bei hohen und schlanken Strukturen Instabilitäten. Das ist dann ärgerlich.
    Vom Kapton bin ich abgekommen. Ich verwende hier (und auch auf meinem Mankati Fullscale XT plus) nur mehr Blue Tape.
    Das hält und geht auch wieder ab. Leider fehlt bei der Witbox die Heizplatte. Bei 60 °C lässt sich das Modell halt noch besser lösen.

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